Schlechte Laune wegen Schlafmangel?

Müdigkeit, Nervosität und Anspannung – schlechter oder zu wenig Schlaf schadet nicht nur unserer Gesundheit, sondern kann auch unsere Stimmung entscheidend beeinflussen. Wie der Schlaf auf unsere Psyche wirkt, ob guter Schlaf uns gute Laune macht & was du tun kannst, um morgens positiv in den Tag zu starten, erfährst du hier.

Inhaltsverzeichnis

  1. Gute & schlechte Launen
  2. Die Psyche im Schlaf
  3. So schadet schlechter Schlaf der Stimmung
    1. Schlafmangel
    2. Schlafstörungen
    3. Zu viel Schlaf
  4. Positiv in den Tag starten
  5. Fazit

1. Gute & schlechte Launen

Der stressige Berufsalltag, das hektische Familienleben oder die dunklen, kalten Wintertage schlagen uns manchmal ganz schön auf die Stimmung und machen es uns schwer, gut gelaunt und optimistisch durch den Tag zu kommen. Unsere Psyche reagiert Tag für Tag auf zahlreiche innere und äußere Reize, die Emotionen wecken und unser Wohlbefinden und den Gemütszustand beeinflussen. Aber auch unser Schlaf kann einen Einfluss auf unsere Launen haben. Denn dass wir schlecht gelaunte Personen fragen, ob sie am Morgen „mit dem falschen Fuß aufgestanden“ sind, kommt nicht von ungefähr.

Aufbau des Gehirns: Das Limbische System

Die Grundlage unserer emotionalen Reaktionen, Gefühle und Empfindungen liegt in unserem Gehirn, genauer gesagt im sogenannten limbischen System. Hier werden innere und äußere Reize erfasst und verarbeitet, zum Beispiel mit Erinnerungen verknüpft und durch die Ausschüttung verschiedener Hormone eine emotionale Reaktion ausgelöst. Besonders entscheidend für unseren Gemütszustand ist auch das Belohnungssystem in unserem Hirn. Durch das Erleben positiver Situationen oder Ereignisse werden unter anderem die auch als Glückshormone bekannten Botenstoffe Dopamin und Serotonin ausgeschüttet und wir empfinden positive Gefühle wie Glück, Freude oder Optimismus. Serotonin wirkt zudem beruhigend auf unsere Nerven und das Wohlbefinden, fördert die innere Ausgeglichenheit und fördert über Umwege auch unseren Schlaf.

2. Die Psyche im Schlaf

Unsere Belohnungssysteme und die emotionale Verarbeitung von Informationen hängen in der Regel stark mit dem Schlaf zusammen. Besonders in den Tiefschlafphasen regenerieren unser Körper und das Gehirn. Die Energiespeicher werden wieder aufgefüllt, Erlebnisse und Informationen im Hirn verarbeitet und gespeichert. Ein ungestörter, ruhiger Schlaf ist daher nicht nur von großer Bedeutung für die gesunde Funktion unseres Organismus, sondern entscheidend für unsere mentale Gesundheit und unseren emotionalen Zustand.

Und auch ein gesunder Schlaf-Wach-Rhythmus tut unserer Stimmung gut, was sich wiederum positiv auf den Schlaf selbst auswirkt. Denn tagsüber schüttet der Körper vermehrt das Glückshormon Serotonin aus, das eine positive Stimmung begünstigt, unser Nervensystem beruhigt und negativen Empfindungen durch Stress oder Überreizungen entgegenwirkt. Gegen Abend wird Serotonin dann in das Schlafhormon Melatonin umgewandelt, welches uns müde macht und den Schlaf ermöglicht. In der Nacht befindet sich unser Körper dann in einem Leistungstief, die Körpertemperatur sinkt und der Serotoninspiegel fällt ab. So entsteht das berühmte nächtliche Stimmungstief, das sich dann in nächtlichen Wachphasen durch negative Gedanken oder ausgiebige Grübelei zeigt.

3. So schadet schlechter Schlaf der Stimmung

Frau liegt nachts wach im Bett und leidet unter Schlafstörungen

In wissenschaftlichen Untersuchungen konnte nachgewiesen werden, dass unsere Stimmung einerseits von unserer Schlafdauer, aber insbesondere von der Qualität unseres Schlafes beeinflusst wird. Woran liegt das?

Schlafmangel

Schlafmangel und häufige Schlafunterbrechungen verhindern den optimalen Ablauf unserer Regeneration und führen dazu, dass wir nicht genug Tiefschlaf erhalten. Das setzt den Körper unter Stress, woraufhin unser Cortisolspiegel steigt und zahlreiche negative Folgen für unsere Gesundheit und das Wohlbefinden entstehen. Wir sind müde, haben weniger Energie, sind schneller gereizt und können uns weniger gut konzentrieren. Das trübt natürlich auch unsere Stimmung am nächsten Tag und kann sich wiederum negativ auf den Schlaf auswirken, indem wir uns unter Druck setzen und nur schwer entspannen können.

Schlafstörungen

Besonders der unterbrochene und gestörte Nachtschlaf kann sich auf das Gemüt und unsere emotionale Wahrnehmung auswirken. Durch häufiges Erwachen wird der Ablauf der natürlichen Schlafzyklen beeinträchtigt und damit der Tiefschlafanteil gemindert. Verschiedene Studien beweisen, dass häufiges Erwachen sich negativ auf die Laune der Probanden auswirkte und dazu führte, dass sie weniger empfänglich für positive, aber umso stärker empfänglich für negative Reize waren. Diejenigen Testpersonen, deren Schlaf in der Nacht mehrfach unterbrochen wurde, konnten weniger sensibel mit positiven Emotionen wie Freude und Glück umgehen und reagierten im Gegenteil verstärkt auf negative Empfindungen wie Wut oder Angst. Es wurde außerdem deutlich, dass die Probanden positive Erlebnisse gar nicht richtig wahrnehmen und genießen konnten.

Entscheidend ist aber auch, wie wir unsere Wachphasen in der Nacht verbringen. Fällt das erneute Einschlafen schwer, beginnt häufig das berühmte Gedankenkarussell oder wir setzen uns selbst unter Druck, wodurch wieder das Stresslevel steigt und ein ruhiger Schlaf zusätzlich verhindert wird.

Zu viel Schlaf

Aber auch zu viel Schlaf kann unserer Stimmung schaden und depressive Verstimmungen sogar verschlimmern. Denn neben genügend Tiefschlaf ist auch der Traumschlaf (REM-Schlaf), in dem besonders unser Gehirn aktiv wird, eine wichtige Grundlage für eine gesunde Hirnfunktion und stabile Psyche. Studien belegen sogar, dass Menschen, die unter Schlafstörungen leiden, ein fünffach höheres Risiko besitzen, an Depressionen zu erkranken.

4. Positiv in den Tag starten

Mann sitzt am Morgen auf dem Bett und streckt die Arme

Guter Schlaf = gute Laune? Genügend und vor allem ungestörter Schlaf ist auf jeden Fall entscheidend daran beteiligt, wie wir uns tagsüber fühlen. Mit einem gesunden Schlaf in der Nacht, ausreichend Tageslicht, Bewegung an der frischen Luft und positiven Erlebnissen am Tag kannst du zudem die Ausschüttung von Glückshormonen sowie das Einschlafen am Abend unterstützen. Und auch deine tägliche Ernährung und Vitaminversorgung kann dir dabei helfen, den Hormonhaushalt im Gleichgewicht zu halten, besser zu schlafen und so eine gute Stimmung zu bewahren. So kannst du am Abend entspannt in den Schlaf finden und ausgeglichen, optimistisch und gut gelaunt in den Tag starten.

Wie du mit der perfekten Morgenroutine motivierter in den Tag startest, erfährst du in diesem Artikel.

5. Fazit

    • Unsere Stimmungslage wird durch positive oder negative emotionale Reaktionen im Gehirn bestimmt
    • Schlafmangel, Schlafstörungen und auch zu viel Schlaf schaden der mentalen Gesundheit und stehen positiven Emotionen und Launen im Weg
    • Negative Empfindungen schlagen aufs Gemüt und stören wiederum einen gesunden, erholsamen Schlaf
    • Gesunder Schlaf, ausreichend Bewegung & die richtige Ernährung fördern die Ausschüttung von Glückshormonen und wirken positiv auf die Stimmung.

      Liebe Grüße und bis bald!

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