Kann man zu viel schlafen?

Ungefähr ein Drittel unseres Lebens verbringen wir im Schlaf. Für einen gesunden Alltag sind die Schlafqualität und die nächtliche Schlafdauer entscheidend. Dass zu wenig Schlaf sich negativ auf unsere Gesundheit und Leistungsfähigkeit auswirkt, ist weitgehend bekannt. Aber was passiert, wenn wir regelmäßig zu viel schlafen? Ob wir wirklich zu viel schlafen können und wie sich eine hohe Schlafdauer auswirkt, erfährst du hier.

Inhaltsverzeichnis

      1. Die Bedeutung der Schlafdauer
      2. Können wir zu viel schlafen?
      3. Folgen von zu viel Schlaf
      4. Das richtige Schlafpensum entscheidet
      5. Fazit

      Die Bedeutung der Schlafdauer

      Im Schlaf finden zahlreiche Reparatur- und Erholungsprozesse statt. Das Immunsystem läuft auf Hochtouren, wir verarbeiten Informationen und sammeln neue Energie für den nächsten Tag. Eine gute Schlafqualität und die richtige Schlafdauer sind deshalb grundlegend dafür, dass wir unseren Alltag gesund und leistungsfähig meistern können. Wie viel Schlaf wir wirklich brauchen ist individuell und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Experten empfehlen grundsätzlich zwischen 7 – 8 Stunden Schlaf. Nachts durchlaufen wir mehrere Schlafzyklen, die wiederum aus verschiedenen Schlafphasen bestehen. Das erklären wir in diesem Artikel genauer. Damit wir am Morgen und tagsüber richtig wach sind, kommt es auch darauf an, zu welchem Zeitpunkt wir aufwachen. Müde sind wir nämlich meist, wenn wir in den falschen Schlafphasen erwachen.

      Jeder zweite Deutsche leidet unter Schlafproblemen, die jedoch meist damit zusammenhängen, dass Schwierigkeiten mit dem Ein- oder Durchschlafen die Schlafdauer verringern und der Körper sich nicht ausreichend erholen kann. Dass zu wenig Schlaf zahlreiche negative Folgen auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden hat, ist demnach bekannt. Wie ist es allerdings, wenn wir zu viel schlafen?

      Können wir zu viel schlafen?

      Was viele nicht wissen: Genau wie zu wenig Schlaf ist auch ein „Überschlafen“ und das Überschreiten des optimalen Schlafpensums nicht gut für den menschlichen Körper. Schlafen wir länger, als unser Organismus tatsächlich für die Regeneration braucht, bringen wir den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus durcheinander und stören wichtige biologische Prozesse, unter anderem den Stoffwechsel und die Hormonregulation. Regelmäßiges Überschlafen kann aus diesem Grund auch langfristig schädlich sein. Welche Folgen hat zu viel Schlaf?

      Folgen von zu viel Schlaf

      Ausgeprägte Müdigkeit am Tag

      Je weiter wir über unseren eigenen Bedarf hinaus schlafen, desto weniger erreichen wir die erholsamen Tiefschlafphasen. Hinzu kommt, dass unser Biorhythmus gegen Morgen für die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol sorgt, welches uns wach macht. Die Helligkeit des Tages und die steigende Körpertemperatur tragen dann ebenso dazu bei, dass der Schlaf weniger erholsam ist und wir trotz langer Schlafdauer unter Trägheit, Müdigkeit oder Kopfschmerzen am Tag leiden.

      Müdigkeit am Tag

      Gesundheitliche Risiken

      Verschiedene Studien belegen: Nicht nur zu wenig, sondern auch zu viel Schlaf kann unserer Gesundheit schaden. Mehr als 8 Stunden Schlaf pro Nacht erhöhen das Risiko an Parkinson, verschiedenen Herzerkrankungen oder Diabetes zu erkranken und führen zu einer höheren Wahrscheinlichkeit, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Weiter begünstigt eine zu hohe Schlafdauer auch die Entwicklung von Bluthochdruck, einem erhöhten Blutzuckerspiegel und Übergewicht.
       
      Die geistige Gesundheit leidet auf lange Sicht ebenfalls unter zu viel Schlaf. So konnten Schlafforscher zeigen, dass Menschen, die regelmäßig mehr als neun Stunden schlafen, anfälliger für depressive Krankheiten sind. Die Wahrscheinlichkeit, an Depressionen zu erkranken, liegt demnach bei 49% und ist somit um 20% höher als bei denjenigen, die zwischen sieben und neun Stunden schlafen.

      Verminderung der Hirn- und Gedächtnisleistung

      Im Schlaf verarbeiten, sortieren und speichern wir die Informationen und Eindrücke des Tages. Die Schlafqualität ist hierbei entscheidend für unsere Gedächtnisleistung in der Nacht wie am Tag. Wie bereits erwähnt kann ein dauerhaft hohes Schlafpensum sich negativ auf die Schlafqualität auswirken und die wichtigen Verarbeitungsprozesse stören. Gerade für Menschen höheren Alters steigt das Risiko geistiger Einschränkungen, wie zunehmender Vergesslichkeit oder geminderter Merkfähigkeit, welche Vorstadien von Demenzerkrankungen und Alzheimer sind.

      Das richtige Schlafpensum entscheidet

      Das richtige Schlafpensum entscheidet in vieler Hinsicht über unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit und hat zahlreiche Auswirkungen darauf, wie wir unseren Alltag bestreiten. Dass auch zu viel Schlaf auf Dauer negative Effekte haben kann, ist dabei nicht außer Acht zu lassen. Es lohnt sich also, auf das eigene Schlafbedürfnis zu achten und den Schlafrhythmus an die individuell benötigte Schlafdauer anzupassen.

      Fazit

      • Regelmäßiger Schlafüberschuss hat ebenso wie anhaltender Schlafmangel zahlreiche negative Folgen auf unsere Gesundheit und Leistungsfähigkeit.
      • Eine zu lange Schlafdauer mindert die Schlafqualität und kann zu Müdigkeit, Trägheit oder Kopfschmerzen am Tag führen.
      • Zu viel Schlaf schadet der körperlichen wie geistigen Gesundheit. So steigt unter anderem die Wahrscheinlichkeit an Herzerkrankungen, Diabetes, Parkinson und Depressionen zu erkranken.
      • Wichtige Gedächtnisprozesse können durch ein dauerhaft hohes Schlafpensum gestört werden und eine zunehmende Vergesslichkeit oder geminderte Merkfähigkeit begünstigen.  

      Liebe Grüße und bis bald!

       

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